Wasser ist unser wertvollstes Lebensmittel!



Wir haben das Glück in einem Land zu leben, das höchste Trinkwasserqualität bietet. Für die meisten von uns ist das eine Selbstverständlichkeit. Erst, wenn in den Medien von Verunreinigungen berichtet wird, wir ins Ausland auf Urlaub fahren, oder wir Berichte über Länder sehen, in denen das nicht so ist, wird uns bewusst, welchen Luxus dieser Umstand darstellt.

Von der Quelle bis zum Wasserzähler ist der Anbieter/Betreiber (Wasserwerke) für die gleichbleibend hohe Qualität unseres Wassers zuständig. Ab diesem Punkt ist der Haus- bzw. Wohnungseigentümer oder Mieter dafür verantwortlich.

Mangelndes Wissen und/oder Bewusstsein bezüglich der Gefahren von verunreinigtem Trinkwasser können vor allem kranken oder immunschwachen Personen zum Verhängnis werden. Deshalb müssen wir uns vor Augen halten: Wasser ist verderblich und kann ungenießbar werden. Wasser ist per se ein lebendes Medium und enthält als solches ein gewisses Maß an mikrobiotischem Leben. Das ist völlig normal und gesund, solange gewisse Grenzwerte nicht überschritten werden, die in Österreich durch diverse Gesetze, ÖNORMen und Richtlinien streng reglementiert sind.

Damit unser Wasser so gut bleibt, wie es uns vom Versorger angeliefert wird, müssen wir bestimmte „Spielregeln“ einhalten.

Die drei obersten Prinzipien lauten:

Kaltes muss kalt bleiben

Warmes muss warm bleiben

Wasser muss fließen

Die Probleme beginnen oftmals schon bei der „Verpackung“ unseres Lebensmittels Nr. 1 – den Rohrleitungen. Bereits beim Bau eines Hauses muss auf Sauberkeit bei der Lagerung und Verarbeitung der Rohre unbedingt geachtet werden! Denn wie soll unser Wasser sauber bleiben, wenn die Rohre offen im Bauschutt liegen und sich Mäuse, Insekten usw. ein vorübergehendes gemütliches Heim darin bauen können?

Auch Brauseschläuche sollten in gewissen Abständen erneuert werden. Diese kosten wenige Euros und können leicht selbst getauscht werden.

Wagen Sie ein Experiment! Wenn Sie einen neuen Schlauch gekauft haben, schneiden Sie den alten auf und nehmen Sie zB. mit einem Wattestäbchen einen Abstrich – Sie werden überrascht sein …

Legionellen & Co.

Zu Zeiten unserer Groß- und Urgroßeltern waren Legionellen, die Verursacher der Legionellose (eine sehr unangenehme Art der Lungenentzündung) – vor allem in unseren Breiten – noch nicht von solcher Bedeutung wie heute. Es gab pro Haushalt meist nur eine Wasserentnahmestelle (wenn überhaupt), die Bassena am Gang wurde täglich vielfach benutzt. Durch den steigenden Wohlstand wurden und werden allerdings immer mehr Entnahmestellen in die Wohneinheiten eingebaut, jedes Gästezimmer bekommt ein eigenes Badezimmer, dazu noch eine Dusche im Keller, man weiß ja nicht, wann man sie brauchen könnte … Dadurch entstehen jedoch stagnierende (selten benutzte) Leitungen, bzw. funktionelle Totleitungen – ein wahres Paradies für Legionellen, Pseudomonaden, etc. Denn diese fühlen sich in stehendem Wasser bei Temperaturen zwischen 25 und 50 °C besonders wohl. Das gleiche gilt für Totleitungen, die durch Umbauarbeiten entstehen (zB. durch Entfernung der Wasserentnahmestelle) oder vorsorglich für spätere Erweiterungen (zB. zusätzliche Wohneinheit im Dachgeschoß) installiert werden. Bei nicht vorhandenen oder genutzten Entnahmestellen sollte die zuführende Wasserleitung keinesfalls befüllt und unbedingt ebenfalls bis zur Wurzel rückgebaut werden.

Denn in diesem Stück vermehren sich die Bakterien, die nach und nach die ganze Wasserleitung kontaminieren.

Mit gesunder Vorsicht sollte man auch den in den letzten Jahren beliebt gewordenen Vernebelungs-anlagen gegenüber stehen, die im Sommer zB. in Gastgärten die Gäste erfrischen sollen. Nicht alle Betreiber kümmern sich um ausreichende Hygiene im Betrieb dieser Anlagen.

Kaltes muss kalt bleiben, Warmes warm!

„Ein Luxus, Du hast ja eine warme WC-Spülung!“
– „Nein, die Warm- und Kaltwasserleitung liegen nur zu knapp beisammen…“
„Das dauert hier in diesem Hotel ja ewig, bis die Dusche warm wird!“

Solche und ähnliche Baufehler wie zB. mangelnde Isolierung der Rohrleitungen, eine zu lange Rohrleitung von der Wärmequelle bis zur Entnahmestelle oder falsch dimensionierte Rohrleitungen führen dazu, dass das Wasser in den Kaltwasserleitungen erwärmt, bzw. das Warmwasser abgekühlt wird. Als Richtwert gilt:

Nach 30 sec. soll kaltes Wasser nicht mehr als 25 °C (das Forum Wasserhygiene empfiehlt 20 °C), warmes Wasser mindestens 55 °C aufweisen.

Auch zB. alte verschmutzte Wasserfilter und vor allem aus falsch verstandener Sparsamkeit mit zu geringerer Temperatur betriebene Warmwasserspeicher stellen eine potentielle Gefahrenquelle dar! An der Austrittsstelle des Warmwasserspeichers sollte die Temperatur 60 °C betragen.

Für Wasserleitungen gibt es keinen Bestandsschutz!

Das bedeutet, auch in alten, vielleicht sogar unter Denkmalschutz stehenden Häusern müssen die Anforderungen der Trinkwasserverordnung eingehalten werden. Ist es durch die Betriebsweise alleine nicht möglich, sind auch bauliche Maßnahmen erforderlich!

Keine Panik!!

Für einen gesunden Menschen stellen Legionellen nur eine geringe Gefahr dar. Auch der Verzehr derselben löst keine gesundheitlichen Beschwerden aus. Das Problem ist das Einatmen des kontaminierten Aerosols (Sprühnebel), das eine Legionellose auslösen kann. Besonders gefährdet sind geschwächte, bzw. immunsupprimierte oder chronisch kranke Personen.

2014 wurden in Österreich 133 Fälle von Legionärskrankheit inkl. 12 Todesfälle registriert. Allerdings geht man davon aus, dass derzeit weniger als 10 % der Fälle von Legionellose auch als solche diagnostiziert werden.

In einem technisch so hoch entwickelten Land wie Österreich ist dieses Problem leicht in den Griff zu bekommen. Durch ein wenig Eigeninitiative und Achtsamkeit können schwerwiegende gesundheitliche Schäden vermieden werden.

Bei Interesse zu diesem Thema stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung!

Weitere Informationen finden Sie auch unter www.forum-wasserhygiene.at